Helga Schulz-Zöller – Pionierin und Stifterin
Helga Schulz-Zöller wurde am 29. August 1935 in Mainz geboren, wo sie auch den Großteil ihres Lebens verbrachte. Ihr Vater, Hans Zöller, war bei den Mainzer Stadtwerken beschäftigt, widmete sich jedoch darüber hinaus eigenen technischen Ideen. So entwickelte er eine hydraulische Hebevorrichtung, mit der Mülltonnen effizient zur Ladeöffnung des Müllwagens befördert werden konnten. Für diese Erfindung meldete er ein Patent an und gründete in Mainz-Laubenheim ein eigenes Unternehmen – der Ursprung dessen, was heute unter dem Namen ZÖLLER-KIPPER GmbH firmiert.
Die Geschäfte mit kommunalen Abfallbetrieben entwickelten sich gut. Doch 1959, auf dem Höhepunkt dieses Erfolgs, verstarb Hans Zöller plötzlich. Seine Tochter Helga – damals erst 24 Jahre alt – sah sich in der Verantwortung, das Familienunternehmen zu übernehmen. Eigentlich hatte sie andere Pläne: Ihre Leidenschaft galt dem Hotelfach, und ihr Vater hatte den Wunsch, ihr ein kleines, feines Hotel in Mainz-Laubenheim bauen zu lassen, das sie hätte führen können. Statt Gäste zu empfangen, fand sich Helga Schulz-Zöller nun in einer Branche wieder, die damals stark männlich dominiert war – insbesondere im Bereich der Abfallwirtschaft. In jungen Jahren als Frau bei kommunalen Auftraggebern ernst genommen zu werden, war eine Herausforderung. Doch sie stellte sich ihr mit Entschlossenheit, Sachverstand und unternehmerischem Gespür. Unter ihrer Führung wuchs das Unternehmen kontinuierlich weiter. Bald wurden die Produkte von ZÖLLER nicht nur deutschlandweit, sondern auch international nachgefragt. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter in seinem Segment – ein echter Hidden Champion der deutschen Mittelstandslandschaft.
Im Laufe der Jahre baute Helga Schulz-Zöller nicht nur ihr Unternehmen auf, sondern übernahm auch familiäre Verantwortung – sie heiratete und wurde Mutter einer Tochter. Trotz der Herausforderungen, die Beruf und Familie mit sich brachten, stand ihr berufliches Engagement stets im Vordergrund. Für persönliche Interessen wie Kochen, Golfen oder Reisen blieb dabei nur wenig Raum.













